Kristallwelten – Vom Klang der Schiefer

Ein jegliches hat seine Zeit – wie schön klingt es doch aus der Lutherbibel – und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Das sagte sich auch Reinhard Löwenstein und nahm sich die Zeit für lange geplante Projekte.

Denn in 2020 sah der Himmel weder Auslandsreisen noch Messen. So hatte er auch Zeit für ein Unterfangen, das sich mit den Mineralstrukturen der Uhlen-Sedimente beschäftigte: den „Klang der Schiefer“. Herausgekommen ist eine ungewöhnliche Form der Annäherung an das Terroir, sozusagen ein Blick in archaische Strukturen der Erd-Werdung.

Reinhard Löwenstein:„Die Idee einer sehr wörtlichen Umsetzung beschäftigt uns schon seit vielen Jahren. Können wir aus Mineralstrukturen ganzzahlige Proportionen ableiten und sie à la Pythagoras – 1:3 entspricht einer Terz, 1:4 einerQuart usw. – musikalisch darstellen? Es klappt nicht. Selbst wenn in den Sedimenten des Ur-Ozeans noch Kristalle vorhanden waren, spätestens durch die Reibekräfte und den Druck während der Schieferung haben sie ihre klare Struktur verloren. Trotzdem blieb die Neugierde auf den Mikrokosmos, blieb die Vision einer musikalischen Interpretation unserer Weinberge.“ Mit Dr. Bogdan Raguelow, Leiter des physikalisch-chemischen Instituts der Universität Sofia in Bulgarien, fand sich ein großer Weinfreund, der begeistert von der Idee war, mikroskopisch die Unterschiede der Schiefer zu erkunden. Reinhard Löwenstein schickte ihm aus jedem Weinberg einen Stein – und erhielt dafür faszinierende Fotos unvorstellbar schönerer Kristallwelten. Dr. Fabian Freisberg, begnadeter Organist und profunder Kenner der Heymann-Löwenstein-Weine, komponierte aus den Stimmungen dieser Bilder ambitionierte Klangwelten, die auf der Orgel von St. Kastor in Koblenz unter der technischen Leitung von Ole Muth aus Winningen eingespielt wurden. Die so entstandene Videoinstallation ist jetzt online. Reinhard Löwenstein:„Vom Klang der Schiefer“ ist auch eine meditative Reise durch unsere Terroirs. Gute Boxen, ein entspanntes Glas Wein, und 25 genussvolle Minuten!“

Zu hören unter: https://youtu.be/TEHjD82xJtg

Beitrag teilen