Die Terrassenmosel unter
der NS-Herrschaft
Haben der Begriff „Deutsche Weinstraße“ oder der Titel „Deutsche Weinkönigin“ ihren Ursprung bei den Nationalsozialisten? Was hat die Menschen in den überwiegend katholisch geprägten Moselgemeinden veranlasst, nicht mehr die „Deutsche Zentrumspartei“ zu wählen, sondern ihre Stimme den Nationalsozialisten zu geben?
Krisenjahre des Weinbaus, Sturm des Finanzamtes in Bernkastel durch die Winzer im Jahr 1926, staatliche Weinbaupolitik und Weinwerbung in der Weimarer Republik und ihrem Ende. Vielleicht lagen hier die Ursachen für Ideologien und Parolen wie „Wein ist Volksgetränk“ oder „Trinkt deutschen Wein“ die den Nationalsozialisten zufolge dem einheimischen Wein neue Abnehmerkreise erschließen sollten.
Zur erfolgreichen Aktion entwickelte sich dabei die „Weinpatenschaft“. In den Jahren 1935 bis 1937 übernahmen so mehr als 1000 Städte vom Ruhrgebiet bis nach Ostpreußen „Weinpatenschaften“ für einzelne Winzerorte vornehmlich von der Mosel. Zusammen mit anderen Propagandamaßnahmen z.B. der Deutschen Arbeitsfront mit „Kraft durch Freude“, die auch Reisen in die Weinorte durchführte, gelang hier die umfassendste Weinabsatzaktion, die es jemals in Deutschland gegeben hat. Warum diese NS-Propaganda aber auf nichts anderem als der Verkettung ungewöhnlicher Zufälle beruhte, erfahren Sie bei Dr. Christof Kriegers hochinteressantem Vortrag am 18. Januar 2026 in der Vinothek im Winninger Spital.
Vinothek im Winninger Spital
18. Januar 2026
Beginn 17.00 Uhr
Eintritt: 10 € incl. einem Glas Begrüßungswein