Winninger Zeitreise

Constantin-Münze um 300 n.Chr. im Weinberg gefunden

Kommen Sie mit auf eine ganz besondere Zeitreise durch die Winninger Geschichte. Wir beginnen vor etwa 800.000 Jahren (!). Damals floss die Mosel noch auf der Höhe, dort, wo sich heute der Flugplatz Koblenz-Winningen befindet. Im Laufe der Zeiten hat sich der Fluß ein neues Flussbett geschaffen, so wie wir es kennen. Doch vor 800.000 Jahren lebten bereits die „ersten Winninger“. Bei der Erweiterung des Flugplatzes wurden ein Siedlungsplatz und Steinwerkzeuge (Faustkeil) gefunden. Eiszeitjäger und Menschen aus der Bronzezeit sind in Winningen nachgewiesen. Das Gewerbegebiet am Flugplatz ist komplett als archäologische Schutzzone ausgewiesen. Eine Bebauung ist deshalb nur nach Prüfung durch die Denkmalbehörde und unter Auflagen möglich. Natürlich siedelten sich dann später auch die Römer in Winningen an. Fünf Gehöfte (Villa Rustica) soll es gegeben haben. Eine kann an der Autobahn A61, nahe der Moseltalbrücke besichtigt werden. Die Römerquelle am Parkplatz „Weilsborn“ (Traumpfädchen) zeugt von einem nahen (nicht ausgegrabenen) Römergehöft. Vom 1. bis 4. Jahrhundert ist dort eine Besiedlung erforscht.

Eine Auswahl historischer Ereignisse:

  • 871 erste Erwähnung Winningens
  • 1019 wird erstmals eine Kirche erwähnt
  • 1200 Bau einer Kirche in Winningen
  • 1242 Winningen fällt an die Grafen von Sponheim
  • um 1330 Abbau von Basalt am heutigen „Brückenstück“ zum Bau der Balduinbrücke in Koblenz
  • 1332 Das Stift St. Florin Koblenz besitzt einen Weinhof in Winningen
  • 1543 Das Winninger Spital (heute Vinothek) wird erstmals erwähnt
  • 1557 In Winningen wird die Reformation eingeführt (16. Juli 1557)
  • 1571 Beginn des Baues einer Ringmauer
  • 1579 Aufhebung der Leibeigenschaft
  • 1610 Viele Bürger fallen einer erneuten Pestwelle zum Opfer
  • 1631 Hexenprozesse: 24 Frauen und Männer werden angeklagt, 20 hingerichtet
  • 1642 Einrichtung einer Postanstalt
  • 1685 Ein „Schulmeister“ wird eingestellt
  • 1748 Errichtung einer Lateinschule
  • 1776 Winningen kommt zu Baden
  • 1794 Winningen wird französisch
  • 1800 Winningen wird Sitz einer Mairie (Bürgermeisterei)
  • 1815 Winningen kommt zu Preußen
  • 1819 Joseph Krahe eröffnet eine Apotheke, die 1835 von Julius Schlickum übernommen wird. Hier wird auch Karl Leverkus ausgebildet, nachdem später die Stadt Leverkusen bekannt wird.
  • 1832 Die „Große Schule“ wird gebaut (nach Plänen von Lassaulx)
  • 1845 Errichtung einer „Kinderbewahranstalt“
  • 1846 Das „Knaudthaus“ – früher „Armenhaus“ wird von einem begüterten Ehepaar gestiftet
  • 1852 Bau der katholischen Kirche – Segnung durch den späteren Kardinal Krementz
  • 1868 Der spätere Autopionier August Horch wird geboren in Winningen
  • 1879 Eröffnung der Moseleisenbahn
  • 1891 Der Turnverein wird gegründet
  • 1884 Bei einem Großfeuer brennen vier Häuser ab
  • 1900 Winningen erhält den ersten Telefonanschluss
  • 1901 Die Freiwillige Feuerwehr wird gegründet
  • 1912 Der „Verkehrs- und Verschönerungsverein“ wird gegründet
  • 1914 Bei einem Großfeuer brennen 15 Häuser ab, 20 Familien werden obdachlos
  • 1914 Im ersten Weltkrieg fallen 87 Winninger
  • 1933 Die Nationalsozialisten übernehmen die Macht
  • 1938 Die neu erbauten „Autostraße“ Winningen-Koblenz wird eröffnet
  • 1940 Im 2. Weltkrieg sterben 137 Winninger
  • 1942 Die Lautsprecheranlage wird erstmals in Betrieb genommen (heute Ortsrundfunk)
  • 1945 US-Amerikaner marschieren in Winningen ein
  • 1949 August Horch wird Ehrenbürger
  • 1961 Erste Weinbergsflurbereinigung
  • 1970 Das Amt Winningen wird aufgelöst
  • 1971 Bau des Flugplatzes Koblenz-Winningen
  • 1985 Winningen wird Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
  • 1998 Das Seniorenheim „Im Rebenhang“ wird eröffnet
  • 2014 Horst Schulze – Welthotelier, wohnhaft in Atlanta/USA und gebürtiger Winninger, wird Ehrenbürger

Wer mehr und detailliert über Winningen erfahren möchte, dem sei das Buch „Winningen – ein feine wolgezogene Gemein“ empfohlen. Es ist im Gemeindebüro erhältlich.

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