Weinlagen in Winningen

Uhlen Terrassen. Foto: Lammai

Weinbau hat in Winningen eine Jahrhunderte alte Tradition. Die Ausgrabung einer römischen Villa bezeugt, dass schon im 4. Jahrhundert Wein angebaut wurde. Im Jahre 871 n. Chr. wurde Winningen erstmals urkundlich erwähnt, als eine Weinbergschenkung von Kaiser Ludwig II. bestätigt wurde. Mehrere Klöster hatten in Winningen Weinbergsbesitz, darunter die Erzbischöfe von Köln, die Herren von Eltz, das Aachener Marien- und Krönungsstift, Kloster Kaufungen, St. Florin in Koblenz, die Trierer Erzbischöfe oder gar das Stift Bamberg. Die Weingärten in Winningen waren sehr begehrt.

Keine Gemeinde in Deutschland verfügt über einen derart hohen Anteil an traditionell terrassierten Weinbergen. Insbesondere in den Lagen Uhlen und Röttgen verkörpern sie eine einzigartige, auf Kelten und Römer zurückgehende Kulturlandschaft. Die Terrassen mit insgesamt 30 km Trockenmauern stehen unter Denkmalschutz. Und noch ein Superlativ: Die Winninger Lagen Hamm und Uhlen sind eingebettet in die größte zusammenhängende Terrassenlandschaft Deutschlands (bis zum Weißenberg in Kobern). Der Bereich ist gleichzeitig Refugium für eine exotische Flora und Fauna. Heute steht eine junge Winzergeneration für die Zukunft des Winninger Weinbaus. Gut ausgebildet und im Einklang mit der Natur, steht sie für den Erhalt einer ganz besonderen Kulturlandschaft und für Spitzenweine von internationalem Niveau.

 

Lauschen Sie doch einmal dem „Sound of Slade“, einer Klanginstallation aus dem Hause des VDP-Weingutes Heymann-Löwenstein

Die Panflöte – Mozart oder heay metal?

Reinhard Löwenstein:; „Anfang der 1980er Jahre gehörten wir zu den ersten Winzern, die gezüchtete Hefen einsetzten – und zehn Jahre später gehörten wir wiederum zu den Ersten, die damit aufhörten. Aber der mikrobielle Kosmos unseres Kellers war aus dem Gleichgewicht und das sich hierdurch manchmal über Jahre hinziehende stop and go der Gärung bereitete uns schlaflose Nächte. Was tun? Aus dem Studium wussten wir, dass Kühe auf Musik reagieren, bei Heavy Metal verkrampfen und bei Mozart gerne mehr Milch geben. Warum sollten nicht auch unsrer Hefen auf angenehme Musik ansprechen? Mitte der 90er Jahre reifte die Idee einer Panflöte, die aus dem Keller ragend den Wind einfängt und in Töne verwandelt. Ein Hexachord solle es sein, um den langen Kellergewölben mit ihrer Anmutung als Kirchenschiff mit Gregorianik gerecht zu werden. Und, ganz wichtig: Die Töne sollten den Wein nicht manipulierend in eine bestimmte Richtung drängen sondern als „fruchtbare“ Schwingungen für unterschiedliche Bedürftigkeiten zur Verfügung stehen. Als erdig zwischen Dur und Moll stehende Tonart haben wir uns für Es-Dur entschieden. Und tatsächlich! Nach zwei suchenden Stunden mit einem Keyboard schwebte im Gewölbe ein harmonischer und melodischer Klangteppich – die Töne waren gefunden! Damit sie die dicken Kellermauern besser durchdringen haben wir sie einige Oktaven tiefer transponiert und ein Physiklehrer ( er wies uns dezent darauf hin, dass jemand mit Abitur das eigentlich selbst können müsste ) errechnete aus der Tonfrequenz die Länge der Orgelpfeifen. Wertvolle Hinweise zum optimalen Durchmesser erhielten wir vom benachbarten Orgelbauer Oberlinger.“

Uhlen

Die erste „Appellation controlées“ für deutsche Einzellagen! Sie basieren auf einer präzisen geologischen Abgrenzung durch das geologische Landesamt strengen Richtlinien im Weinberg (nur Riesling, Pflanzdichte von mind. 7000 …

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Uhlen Terrassen. Foto: Lammai

Hamm

Der Name leitet sich ab vom lateinischen Hamus, dem Haken. Hier vollzieht die Mosel  eine imposante Krümmung.  Der Hamm ist ähnlich steil wie der Uhlen und strebt auf …

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Domgarten

In dieser Lage besaßen sowohl das Aachener als auch das Kölner Domstift Weinberge im Mittelalter. Die Lage erstreckt sich um den ganzen Ort. Quarzit, Löß, Bims und sandiger …

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Brückstück

Ca. 1330 n. Chr.  wurden in dieser Lage Steine für die Koblenzer Balduinbrücke gebrochen, ins Tal gerollt und per Schiff nach Koblenz gebracht. Vulkanausbrüche vor 15.000 Jahren hatten …

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Röttgen

Klein aber fein. Das Kernstück dieser Lage gehört zum Besten, was die Mosel zu bieten hat. Der Name leitet sich ab von Roden. Anfang des 19. Jahrhundert entdeckten …

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